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Füreinander & Miteinander

Für Angehörige

Viele, die hierher kommen, sind nicht selbst Mitglied. Sie haben jemanden, der es ist.

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026

Auch du bist betroffen

Einen nahestehenden Menschen in dieser Gemeinschaft zu haben bedeutet: Die Regeln, nach denen er lebt, betreffen auch dich: Wer darf besucht werden? Was gefeiert wird? Und was nicht? Was darf gesagt werden?

Die Zeugen Jehovas sind eine sogenannte Hochkontrollgruppe, eine religiöse Gemeinschaft, die das Leben ihrer Mitglieder weitgehend strukturiert: soziale Kontakte, Freizeitgestaltung, Informationen, die als zulässig gelten, und vieles mehr. Das betrifft nicht nur Mitglieder selbst, sondern auch diejenigen, die ihnen nahestehen.

Was viele Angehörige kennen

Du bist nicht der Einzige,
dem es so geht

„Ich verstehe die Welt nicht mehr"

Gespräche verlaufen anders als früher. Entscheidungen werden anders begründet. Gemeinsame Feste, spontane Besuche, offener Austausch: was selbstverständlich schien, ist plötzlich kompliziert. Viele Angehörige kennen dieses Gefühl.

Einsamkeit und Isolation

Wer hat schon Erfahrung damit? Im eigenen Bekanntenkreis ist dieses Thema kaum ein Thema. Viele Angehörige erleben, dass sie mit niemandem offen darüber reden können, weil die anderen die Situation schlicht nicht kennen.

Gegen eine unsichtbare Wand reden

Manche Gespräche gehen ins Leere. Argumente, die früher gewirkt hätten, kommen nicht mehr an. Viele Angehörige berichten davon. Es ist ein Muster, das typisch für Hochkontrollgruppen ist.

Angst, den Kontakt zu verlieren

Kontaktabbrüche sind bei den Zeugen Jehovas vorgesehen, auch innerhalb von Familien. Wer diesen Verlust fürchtet oder bereits erlebt hat, weiß, wie schwer das wiegt.

Schuldgefühle und Hilflosigkeit

„Habe ich etwas falsch gemacht?" Diesen Gedanken kennen viele Angehörige. Hinzu kommt die Frage, wie man überhaupt reagieren soll: zu viel Druck schadet, zu wenig fühlt sich wie Aufgeben an.

Wenn einer geht, der andere bleibt

Wenn ein Partner die Gemeinschaft verlässt, der andere aber bleibt, stehen beide vor einer Zerrissenheit. Beide brauchen einen Ort, an dem sie offen darüber reden können.

Wer ist bei uns willkommen?

Die Gruppe ist nicht nur für Ex-Mitglieder. Wer Partner, Kind oder Elternteil einer Zeugin oder eines Zeugen ist, kennt den Druck, der von außen auf eine solche Beziehung wirkt.

Ehepartner und Lebenspartner – ob der andere Mitglied ist, bleibt oder aussteigt

Eltern – deren Kind Mitglied ist oder den Kontakt eingeschränkt hat

Erwachsene Kinder – die aus der Gemeinschaft ausgestiegen sind und Eltern zurückgelassen haben

Geschwister, Großeltern, Enkel – und weitere nahe Verwandte

Enge Freunde – die jemanden begleiten oder die Situation selbst nicht einordnen können

Was wir bieten

Ein Ort für offenes Gespräch

Austausch mit Menschen in ähnlicher Lage

In der Gruppe treffen sich Menschen, die wissen, wie sich diese Situation anfühlt – weil sie selbst darin stecken oder steckten.

Keine Urteile, kein Druck

Du kannst erzählen, was du erlebst – ohne dass jemand bewertet, ob deine Reaktion „richtig" oder „falsch" war.

Kontext und Orientierung

Viele Angehörige verstehen nicht, warum ihr Familienmitglied so handelt. In der Gruppe gibt es Menschen, die das von innen kennen und erklären können.

Hinweise auf weitere Anlaufstellen

Wer darüber hinaus Beratung sucht, findet auf unserer Partnerseite weiterführende Angebote.

Häufige Fragen

Fragen & Antworten

Darf ich als Angehöriger zu den Treffen kommen?

Ja. Füreinander Freiburg steht ausdrücklich auch Angehörigen offen – Partnern, Eltern, Kindern, Geschwistern und weiterer Familie. Wer durch einen nahestehenden Menschen mit den Zeugen Jehovas in Berührung kommt, ist von dieser Situation häufig selbst stark betroffen. Auch diese Erfahrung hat in unserer Gruppe einen Platz.

Mein Partner ist Zeuge Jehovas, ich nicht – was kann ich tun?

Partnerschaften, in denen ein Teil Zeuge Jehovas ist und der andere nicht, sind oft belastend. Unterschiedliche Lebensvorstellungen und soziale Einschränkungen können auf Dauer zermürbend sein. In unserer Gruppe können auch Partner ohne eigene ZJ-Zugehörigkeit offen darüber sprechen.

Mein Angehöriger möchte aussteigen, sein Partner aber nicht – wer ist willkommen?

Beide. Sowohl die Person, die aussteigen möchte, als auch der Partner, der damit umgehen muss, sind bei uns willkommen. Diese Situation ist schwierig für alle, die darin stecken. Wir sind für beide da.

Warum bricht mein Angehöriger den Kontakt ab?

Kontaktabbrüche gehören zu den schmerzhaftesten Erfahrungen für Angehörige. In der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas gibt es klare Regeln, mit wem Mitglieder engen Kontakt halten dürfen, insbesondere wenn jemand als ausgeschlossen gilt. Das führt dazu, dass selbst enge Familienmitglieder gemieden werden können. Dieser Abbruch folgt aus den Gemeinschaftsregeln, nicht aus persönlichem Versagen.

Gibt es Unterstützungsangebote speziell für Angehörige?

Füreinander Freiburg ist in der Region eine der wenigen Anlaufstellen, die Angehörige ausdrücklich einlädt. Darüber hinaus gibt es bundesweite Beratungsangebote, die auf unserer Partnerseite aufgeführt sind. Eine direkte Kontaktaufnahme ist jederzeit möglich – per E-Mail, Telefon oder Messenger.

Du musst das nicht alleine tragen

Nimm Kontakt auf – per E-Mail, Telefon oder Messenger. Rückmeldung kommt innerhalb von 1–2 Werktagen.